Die Inflation in Deutschland ist im Februar auf 1,9 Prozent gesunken und liegt damit erstmals seit Monaten wieder unter der Zwei-Prozent-Marke. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verteuerten sich Waren und Dienstleistungen damit etwas weniger als im Januar, als die Teuerungsrate noch 2,1 Prozent betrug. Besonders auffällig ist der Rückgang bei Lebensmitteln, wo die Preise nur noch um 1,1 Prozent stiegen, während Energie sogar 1,9 Prozent günstiger war als im Vorjahresmonat.
Doch diese scheinbare Entspannung könnte trügerisch sein. Der Iran-Krieg hat die Ölpreise zeitweise über die Marke von 100 US-Dollar katapultiert, was sich bereits an deutschen Tankstellen bemerkbar macht. Experten warnen, dass sich dieser Preisschock entlang der gesamten Wertschöpfungskette fortsetzen und so die Verbraucherpreise in den kommenden Jahren beeinflussen könnte. Die Dauer des Konflikts spielt dabei eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung.
Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer Simulation konkrete Zahlen vorgelegt: Bei einem dauerhaft erhöhten Ölpreis von 100 US-Dollar könnten die Verbraucherpreise 2026 um etwa 0,8 Prozent und 2027 um 1,0 Prozent höher liegen. Höhere Energiepreise verteuern Transport, Heizung, Produktion und viele Vorprodukte – Effekte, die sich bis zu den Endverbrauchern durchschlagen. Bislang rechneten Volkswirte mit einer Inflationsrate knapp über zwei Prozent für das Gesamtjahr, doch diese Prognose könnte sich angesichts der geopolitischen Entwicklungen als überholt erweisen.
Der aktuelle Ölpreisanstieg weckt Erinnerungen an die Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Konflikts 2022, als sich Energie und Lebensmittel in Deutschland rasant verteuerten und die Inflation auf Rekordwerte von fast neun Prozent schnellte. Zwar hat sich die Teuerungsrate im Schnitt des vergangenen Jahres auf 2,2 Prozent beruhigt, doch die Nachwirkungen sind noch spürbar: Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sind die Nahrungsmittelpreise zwischen 2021 und 2025 um fast 32 Prozent gestiegen. Ob sich diese Entwicklung durch den Iran-Konflikt wiederholt, hängt maßgeblich von dessen Dauer und Intensität ab.

In Deutschland ist die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr leicht gestiegen – der Bedarf bleibt jedoch deutlich höher. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden damit mehr als 3.000 Organe übertragen. Gleichzeitig stehen laut DSO rund 8.200 Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten und warten oft vergeblich auf ein Spenderorgan.
Die DSO und die Landesärztekammer Hessen nehmen diese Diskrepanz zum Anlass, in einer Veranstaltung in Frankfurt die Wirkung von Organspenden sichtbar zu machen. Empfängerinnen und Empfänger schildern dort, wie Transplantationen ihr Leben verändert haben, Angehörige berichten, wie sie die Entscheidung zur Spende getroffen haben. Ziel ist es, die abstrakte Statistik mit persönlichen Erfahrungen zu verbinden – und damit mehr Menschen zu motivieren, sich frühzeitig mit der eigenen Haltung zur Organspende zu beschäftigen und diese zu dokumentieren.
Ein Beispiel dafür ist Lea Jantschke. Ihre Mutter starb 2020 plötzlich an einem Hirnaneurysma, die Familie entschied sich zur Organspende. Ein Jahr später erhielt Jantschke den ersten Brief eines Empfängers der Niere ihrer Mutter. Der Kontakt erfolgt anonym, doch der emotionale Effekt ist für die Angehörigen groß. Der Brief sei für sie „wie ein kleiner Gruß“ von der Mutter gewesen, sagt die 27-Jährige. Das Schreiben habe ihrer Familie in der Trauerphase Halt gegeben, der Gedanke, die Mutter sei nun „ein Teil von dieser Familie“, habe sie besonders berührt.
Gleichzeitig macht die DSO deutlich, wie hoch der Druck auf Angehörige ist, wenn keine dokumentierte Entscheidung des Verstorbenen vorliegt. In den meisten Fällen hätten sich Betroffene zu Lebzeiten nicht mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt, erläutert die Stiftung. Dann müssen Angehörige in einer emotionalen Ausnahmesituation und unter Zeitdruck entscheiden – häufig mit dem Ergebnis, dass sie eine Spende ablehnen, weil der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt ist. Ärztliche Vertreter der DSO werben deshalb nachdrücklich dafür, den eigenen Standpunkt zur Organspende zu Lebzeiten festzuhalten, um sowohl Wartende auf ein Organ als auch die eigenen Angehörigen zu entlasten.