
Niedersachsen forciert die Suche nach neuen Erdgasvorkommen und hat dem Unternehmen Vermilion Energy Germany umfangreiche Explorationsrechte eingeräumt. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erteilte zum 1. April Erlaubnisse für drei Gebiete mit einer Gesamtfläche von knapp 2.895 Quadratkilometern. Die Felder mit den Bezeichnungen Celle I, Uelzen II und Unterweser I erstrecken sich unter anderem zwischen Uelzen und Schwarmstedt sowie östlich um Bremen herum.
Die Erkundungslizenzen sind befristet: Für Celle I und Uelzen II gilt die Zustimmung bis zum 31. März 2029, für das Feld Unterweser I bis zum 31. März 2028. LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier verweist auf die angespannte geopolitische Lage und die energiepolitischen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, die Suche nach neuen Erdgaslagerstätten wieder zu verstärken. Die Entscheidung orientiere sich an der Strategie der Bundesregierung, die sich im Koalitionsvertrag vorgenommen hat, die Förderung heimischer Rohstoffe zu stärken.
Nach Angaben des LBEG deckt die konventionelle Erdgasförderung in Niedersachsen derzeit rund fünf Prozent des deutschen Erdgasbedarfs. Erdgas werde als Brückentechnologie bis zur Umsetzung der Energiewende weiterhin benötigt, betont Mühlenmeier. Durch stärkere heimische Förderung könne die Abhängigkeit von Importen, etwa von LNG-Gas, verringert werden. Flüssigerdgas weist demnach eine deutlich schlechtere Klimabilanz auf als Gas aus inländischen Vorkommen.
Mit den neuen Erlaubnissen erhält Vermilion Energy zunächst das grundsätzliche Recht, nach Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken zu suchen. Bevor jedoch tatsächlich exploriert werden kann, müssen für konkrete Vorhaben bergrechtliche Betriebspläne zugelassen werden. Dazu sind gesonderte Beteiligungsverfahren vorgesehen. In der Region rund um Bremen rechnen Behörden und Unternehmen mit Widerstand: Seit Jahren sind dort Bürgerinitiativen gegen die Erdgassuche aktiv, sie verweisen auf potenzielle Umweltschäden, gesundheitliche Risiken und mögliche Erdbeben infolge von Bohrungen.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 und 2025 deutlich gestiegen und haben neue Höchststände erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beliefen sich die Ausgaben im Jahr 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Für 2025 geht die Behörde auf Basis vorliegender und fortgeschriebener Daten von einem weiteren kräftigen Anstieg um 7,7 Prozent auf 579,5 Milliarden Euro aus. Damit nähert sich das deutsche Gesundheitswesen der Marke von 600 Milliarden Euro jährlich.
Im Jahr 2024 gaben Staat, Sozialversicherungen, Unternehmen und private Haushalte zusammen 6.444 Euro pro Einwohnerin und Einwohner für Gesundheit aus. Gegenüber 2023 entsprach das einem Plus von 37,9 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt stieg auf 12,4 Prozent, nach 11,8 Prozent im Vorjahr. Vor 30 Jahren lag dieser Anteil noch bei 9,5 Prozent. 1994 summierten sich die Gesundheitsausgaben auf 175,3 Milliarden Euro, umgerechnet 2.161 Euro pro Kopf – sie haben sich damit in drei Jahrzehnten mehr als verdreifacht.
Größter Ausgabenträger blieb 2024 die gesetzliche Krankenversicherung. Sie stand für 55,9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben und kam auf 300,8 Milliarden Euro. Das waren 7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro mehr als 2023. Besonders dynamisch entwickelten sich die Kosten der sozialen Pflegeversicherung. Deren Ausgaben erhöhten sich um 11,3 Prozent beziehungsweise 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Ihr Anteil an den gesamten Gesundheitsausgaben lag bei 12,0 Prozent. Das Statistische Bundesamt führt den starken Zuwachs insbesondere auf weiter steigende Ausgaben für Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile nach § 43c SGB XI zurück.
Die Zahlen verdeutlichen den anhaltenden Kostendruck im deutschen Gesundheitswesen. Sowohl der absolute Betrag der Ausgaben als auch ihr Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Leistung haben sich in den vergangenen Jahren spürbar erhöht. Mit dem erneuten deutlichen Zuwachs im Jahr 2025 setzt sich dieser Trend fort. Wie sich die steigenden Ausgaben langfristig auf Finanzierung, Beitragssätze und Leistungsumfang der sozialen Sicherungssysteme auswirken, bleibt vorerst offen und dürfte in der Finanz- und Gesundheitspolitik weiter an Bedeutung gewinnen.