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Opel schärft unter dem Dach des Stellantis-Konzerns seine Europa-Strategie und stellt den Stammsitz Rüsselsheim in den Mittelpunkt einer umfassenden E-Offensive. Bis 2030 will der Hersteller in Deutschland mehr als eine Milliarde Euro investieren und mindestens vier neue Modelle an den Start bringen. Kernprojekt ist die nächste Generation des Kompaktmodells Astra, die weiterhin in Rüsselsheim vom Band laufen soll und auf der neuen Konzernplattform STLA One basiert, die für elektrifizierte Antriebe ausgelegt ist. Zugleich soll die traditionsreiche Baureihe konzeptionell moderner werden und sich teilweise in Richtung Fastback und Crossover bewegen.
Die Neuausrichtung des Astra markiert einen strategischen Schritt für Opel. Das Modell, das zusammen mit seinem Vorgänger Kadett auf rund 25 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge kommt, war jahrzehntelang eine klassische Kompaktlimousine. Angesichts der anhaltend starken Nachfrage nach SUV- und Crossover-Konzepten soll die künftige Generation stärker an diese Formate anknüpfen, ohne die Rolle als volumenstarker Vertreter der Kompaktklasse aufzugeben. Parallel bleibt laut bisherigen Planungen auch eine Kombivariante im Programm. Technische Basis ist die modulare STLA-One-Architektur von Stellantis, die konzernweit mehr als 30 Modelle tragen soll und den Übergang zu elektrifizierten Antrieben beschleunigen dürfte.
Neben dem Astra-Nachfolger arbeitet Opel an einer neuen Generation des Kleinwagens Corsa, der in Deutschland seit mehr als fünf Jahren als meistverkauftes Modell seines Segments gilt und sich über insgesamt mehr als 15 Millionen Einheiten summiert. Auch der künftige Corsa wird auf der STLA-One-Plattform aufbauen. Ergänzt wird die Modelloffensive um ein neues SUV im C-Segment, das bislang im Portfolio der Marke fehlt. Dieses Fahrzeug entsteht in Kooperation mit dem chinesischen Partner Leapmotor, wird von internationalen Teams in Deutschland und China entwickelt, in Rüsselsheim gestaltet und soll ab 2028 im spanischen Werk Saragossa produziert werden.
Für Stellantis gilt das C-Segment mit einem Anteil von rund 30 Prozent am europäischen Gesamtabsatz als strategischer Kernbereich. Die Entscheidung, den nächsten Astra in Rüsselsheim zu bauen und zusätzlich in eine neue Unternehmenszentrale am Standort zu investieren, wertet der Konzern als Bekenntnis zu Deutschland als Industriestandort. Opel-CEO Florian Huettl und Stellantis-Europa-Chef Emanuele Cappellano verweisen auf die Bedeutung von Opel innerhalb der Konzernstrategie und auf das Ziel, die Marktabdeckung in Europa zu verbessern. Mit der Kombination aus umfassenden Investitionen, neuer Elektroplattform und einer breiter aufgestellten Modellpalette will Opel seine Position im hart umkämpften Kompakt- und Kleinwagensegment festigen.

Bayern stellt seine Heimatpolitik auf ein neues Fundament: Mit der weiterentwickelten „Heimatstrategie 2033“ will der Freistaat seine regionalen Strukturen stärken, gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern und dabei vor allem den bayerisch-tschechischen Grenzraum stärker in den Blick nehmen. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) sieht darin eine Fortschreibung der 2014 gestarteten Heimatstrategie, die nun angesichts neuer Herausforderungen angepasst und ausgebaut werden soll. In Nürnberg präsentierte er dazu ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das sowohl Kommunen als auch engagierte Bürgerinnen und Bürger gezielt einbinden soll.
Füracker verweist darauf, dass sich in der Grenzregion zu Tschechien bereits viel getan habe, aber weiterhin erhebliches Potenzial schlummere. Dieses wolle man „gemeinsam mit den Menschen“ besser nutzen. Bayerns Erfolgsmodell beruhe auf wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und starken Regionen, aber ebenso auf sozialem Zusammenhalt, gelebten Traditionen und einem starken Ehrenamt, so der Minister. Ziel sei es, das besondere Lebensgefühl im Freistaat – in Stadt und Land – langfristig zu sichern und zugleich die Widerstandskraft der Regionen zu erhöhen.
Einen Schwerpunkt der „Heimatstrategie 2033“ legt die Staatsregierung auf Personen, die sich vor Ort in besonderer Weise engagieren. Bereits im Juni ist das Forschungsvorhaben „Heimat-Kümmerer“ gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg angelaufen. Es soll Schlüsselpersonen identifizieren, unterstützen und vernetzen, die ihre Heimat aktiv mitgestalten. Ergänzend ist für den Herbst 2026 eine Bürgerumfrage zum Thema „Werte“ vorgesehen sowie ein „Heimat-Newsletter“, über den Informationen gebündelt und der Austausch mit der Bevölkerung ausgebaut werden sollen.
Parallel dazu sollen die Kommunen finanziell und strukturell gestärkt werden, da sie nach Fürackers Worten der zentrale Ort des Lebens und Zusammenhalts sind. Die bisherige Bilanz der seit 2014 laufenden Strategie – darunter Behördenverlagerungen, Investitionen in den Breitbandausbau oder Initiativen wie ein Dialektpreis – wertet der Minister als Beleg dafür, dass Heimatpolitik konkrete Auswirkungen auf Infrastruktur und Identität haben kann. Mit der Fortschreibung bis 2033 will die Staatsregierung diese Linie fortsetzen, bewährte Maßnahmen weiterführen und neue Initiativen starten, um Bayern als attraktiven und zukunftsfähigen Lebensraum zu positionieren.