
Der Krieg im Nahen Osten und der Konflikt mit Iran schlagen zunehmend auf den Tourismus in Europa durch – auch Österreich bleibt davon nicht verschont. Laut Österreichischer Hotelvereinigung (ÖHV) häufen sich Stornierungen aus wichtigen Herkunftsmärkten wie arabischen Ländern, Israel und Fernost. Besonders betroffen sind die klassischen Hochburgen des Städtetourismus und der Alpenurlauber: Wien, Salzburg und Tirol melden merkliche Rückgänge, hinzu kommt etwa Zell am See als etablierte Destination für arabische Gäste.
Die Turbulenzen treffen vor allem die gehobene Hotellerie. Vier- und Fünf-Sterne-Häuser, die stark auf kaufkräftige Kundschaft aus dem Nahen Osten und aus Asien setzen, verzeichnen laut ÖHV deutlich mehr Ausfälle als andere Segmente. Dabei ist der Anteil dieser Gäste an den gesamten Nächtigungen vergleichsweise gering: Arabische und israelische Urlauber buchten im Jahr 2025 rund 2,6 Millionen Übernachtungen, weniger als zwei Prozent der insgesamt 153,7 Millionen Nächtigungen. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist dennoch groß, weil sie pro Kopf deutlich mehr ausgeben als der Durchschnitt.
Besonders ins Gewicht fällt der mögliche Wegfall von Gästen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, die zu den ausgabestärksten Urlaubern zählen. Österreichische Gäste kommen laut Tourismuswerbung im Schnitt auf 179 Euro Tagesausgaben – bei Reisenden aus den Golfstaaten liegt dieser Wert deutlich höher. Entfallen diese Märkte oder verschieben Buchungen, wirkt sich das überproportional auf den Umsatz vieler Betriebe aus. Erste Rückgänge sind laut Branche bereits sichtbar, weitere werden mit Blick auf die Sommersaison erwartet.
Der Konflikt im Nahen Osten belastet den internationalen Reiseverkehr auch indirekt. Luftraumsperren, blockierte Drehkreuze und gestiegene Kerosinkosten verteuern Flüge und verlängern Reisezeiten. Routen über große Umsteigeflughäfen wie Dubai oder Doha gelten als komplizierter und teurer, was sich auf die Nachfrage aus Fernost auswirkt. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken in Teilen der Kundschaft, die angesichts der angespannten Lage Reisen in die Region Europa und den Nahen Osten zurückstellen oder umbuchen. Österreichs Tourismuswirtschaft sieht sich damit erneut mit geopolitischen Risiken konfrontiert – in einem Umfeld, das sich gerade erst von den Folgen der Pandemie zu erholen begonnen hatte.
Die Inflation in Berlin und Brandenburg hat sich im März 2026 spürbar beschleunigt, angetrieben vor allem von deutlich höheren Energiepreisen infolge des Iran-Kriegs. Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg lagen die Verbraucherpreise in Berlin 2,5 Prozent und in Brandenburg 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Februar hatte die Jahresteuerungsrate in Berlin noch unter 2 Prozent gelegen, in Brandenburg bei 2 Prozent.
Als ausschlaggebenden Faktor für den stärkeren Preisauftrieb nennen die Statistiker die Entwicklung bei Energie. Im Jahresvergleich verteuerten sich Energieprodukte in Berlin um 6,7 Prozent, in Brandenburg sogar um 8,5 Prozent. Das Amt verweist darauf, dass die gesamtwirtschaftliche Teuerung merklich niedriger ausfallen würde, wenn man Heizöl und Kraftstoffe aus der Berechnung herausnähme: Dann läge die Inflationsrate bei lediglich 1,8 Prozent in Berlin und 1,9 Prozent in Brandenburg.
Überdurchschnittliche Preissteigerungen meldet die Behörde auch für alkoholische Getränke und Tabakwaren sowie für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen und verschiedene sonstige Waren und Dienstleistungen. Insgesamt blieben die Nahrungsmittelpreise im Jahresvergleich dagegen weitgehend stabil, der Anstieg fiel nur gering aus. Bei einzelnen Produkten kam es sogar zu deutlichen Rückgängen, etwa bei Butter, Quark, Kartoffeln und Milch, die teils deutlich weniger kosteten als im März 2025.
Gleichzeitig zeigen die Daten eine starke Spreizung innerhalb der Lebensmittelgruppe. Obstkonserven, insbesondere Sauerkirschen und andere Steinobstkonserven, verteuerten sich deutlich und gehören zu den stärksten Preistreibern im Warenkorb. Auch Kaffee, Tee und Kakao wurden in beiden Ländern spürbar teurer. Insgesamt macht die Statistik damit sichtbar, dass die Inflationsdynamik im Hauptstadtraum derzeit vor allem von den Energiepreisen geprägt wird, während Verbraucherinnen und Verbraucher bei einigen Grundnahrungsmitteln Entlastung, bei verarbeiteten Produkten jedoch zusätzliche Belastungen spüren.