
Die SBB modernisieren einen wesentlichen Teil der Zürcher S-Bahn-Flotte und investieren zusammen mit dem Zürcher Verkehrsverbund, mehreren Kantonen und dem Bund rund 500 Millionen Franken in die Erneuerung der Fahrzeuge der zweiten und dritten Generation. Ziel des Programms ist es, Komfort, Energieeffizienz und Betriebssicherheit zu erhöhen und die Einsatzdauer der Züge deutlich zu verlängern. Täglich nutzen über 700'000 Fahrgäste die Zürcher S-Bahn, deren Flotte damit schrittweise an aktuelle technische und betriebliche Anforderungen angepasst wird.
Im Fokus stehen 61 Doppelstock-Triebzüge (DTZ) der zweiten Generation von Siemens, die seit 2006 im Einsatz sind, und 69 Regio-Dosto von Stadler Rail, die ab 2012 als dritte Generation hinzukamen. Ergänzend werden auch 24 IR-Dosto des Fernverkehrs erneuert, die technisch zur gleichen Fahrzeugfamilie gehören wie die Regio-Dosto der Zürcher S-Bahn. Beide Flotten waren ursprünglich für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgelegt; mit der nun gestarteten Erneuerung erhöhen die SBB diese auf 32 Jahre. Die DTZ sollen Ende der 2030er-Jahre, die Regio-Dosto in den 2040er-Jahren durch neue Fahrzeuge ersetzt werden, während die S-Bahnen der ersten Generation in den 2030er-Jahren durch neue Züge von Siemens Mobility abgelöst werden sollen.
Die Modernisierung erfolgt primär im Innenraum und bei der Fahrzeugtechnik. Die Züge erhalten neue Bodenbeläge und Sitzpolster, eine LED-Beleuchtung sowie eine verbesserte Beschriftung zur besseren Orientierung der Reisenden. Ein wichtiger Baustein ist der Einbau mobilfunkdurchlässiger Scheiben, mit denen der Empfang für Mobilfunkkunden im Zug verbessert werden soll. Gleichzeitig investieren die SBB in Energieeffizienz und Sicherheit der Fahrzeuge. Die ersten modernisierten DTZ der zweiten Generation sind seit rund einem Jahr auf dem Netz unterwegs, seit Mitte September 2026 verkehrt zudem der erste erneuerte Regio-Dosto der dritten Generation im Zürcher S-Bahn-System. Die Arbeiten an den IR-Dosto-Prototypen sollen dazu führen, dass der erste modernisierte Zug ab Winter 2027 im Fernverkehr eingesetzt wird.
Das Erneuerungsprogramm verteilt sich finanziell auf knapp 230 Millionen Franken für die DTZ und rund 270 Millionen Franken für die Regio-Dosto-Züge. Die Umsetzung erfolgt schrittweise im Werk Olten, sodass der laufende Betrieb der Zürcher S-Bahn während der Modernisierung weitergeführt werden kann. Mit der Investition sichern die SBB und ihre öffentlichen Partner den verlängerten und weiterhin sicheren Einsatz eines Kernteils der Flotte in einer der am stärksten frequentierten S-Bahn-Regionen Europas und reagieren zugleich auf wachsende Anforderungen an Komfort und Konnektivität im Regionalverkehr.

Ein nächtlicher Brand unter einer Kabelbrücke im Berliner Stadtteil Marzahn hat zentrale Leitungen des städtischen Stromnetzes beschädigt und Ermittlungen wegen Brandstiftung ausgelöst. Nach Angaben der Polizei brannten in den frühen Morgenstunden unter einer Brücke an der Boxberger Straße Altreifen und Gerümpel. Ob das Feuer gezielt gelegt wurde, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Einsatzkräfte der Polizei sicherten am Brandort Spuren, um Hinweise auf die Ursache und mögliche Täter zu gewinnen.
Die Feuerwehr war gegen 4.00 Uhr alarmiert worden und ging zunächst von einem kleineren Einsatz aus. Erst vor Ort zeigte sich, dass die Flammen auf unter der Brücke verlegte Stromleitungen übergegriffen hatten. Ein großflächiger Stromausfall blieb nach Angaben eines Feuerwehrsprechers zwar aus, die Leitungen wurden jedoch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass Teile der lokalen Versorgung umgestellt werden mussten.
Nach Angaben von Henrik Beuster, Sprecher von Stromnetz Berlin, mussten 19 gewerbliche Kunden vorübergehend vom regulären Netz getrennt werden. Seit etwa 9.00 Uhr würden sie über ein Notstromaggregat versorgt, sagte Beuster. Betroffen seien zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt. Reparaturarbeiten an den beschädigten Trassen seien im Gange, konkrete Angaben zur Dauer der Instandsetzung lagen zunächst nicht vor.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält einen bloßen Zufall für unwahrscheinlich und spricht von einem möglichen gezielten Angriff auf die Infrastruktur. Die Ermittlungen zur schweren Brandstiftung liefen zwar ergebnisoffen in alle Richtungen, betonte die GdP zugleich. In der Vergangenheit war es in Berlin wiederholt zu Angriffen auf Stromtrassen gekommen, die teils umfangreiche Stromausfälle nach sich zogen und nach damaligen Erkenntnissen linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet wurden. Die aktuellen Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, ob und wie der jüngste Brand in Marzahn in ein solches Muster einzuordnen ist.